H.E.L.P.-Apherese

Die H.E.L.P.-Apherese (Heparin-induzierte extrakorporale LDL-Präzipitation) steht im Fokus der Behandlungsmaßnahmen von Dr. Beate R. Jaeger. Dietrich Seidel, früherer ärztlicher Direktor am Klinikum Großhadern in München, und Heinrich Wieland, ehemals Professor am Institut für Klinische Chemie am Universitätsklinikum in Freiburg gelten als Entdecker dieses Verfahrens.

Das H.E.L.P.-Verfahren ist seit 36 Jahren ein verfügbares und etabliertes System, das in Deutschland jährlich bei ca. 3.000 Patienten zur Anwendung kommt. Die H.E.L.P.-Apherese zielt primär auf Patienten mit schwerster, sonst therapierefraktärer Hypercholesterinämie und koronarer Herzkrankheit ab (2009; Nature Clinical Practice Cardiovascular Medicine; DOI: 10.1038/ncpcardio1456 und 2003; Therapeutic Apheresis and Analysis; DOI: 10.1046/j.1526-0968.2003.00072.x). Später wurde sie unter anderem auch zur Prävention und Therapie der Graft Vessel Disease nach einer Herztransplantation und zur Therapie der Hyperlipoproteinämie erfolgreich eingesetzt.

Neben LDL, VLDL, und Lp(a) werden hier auch Entzündungsmediatoren, Fibrinogen, proinflammatorische Adhäsionsmoleküle und sonstige Zytokine eliminiert. Diese kontinuierliche Entfernung von Gerinnungs- und Entzündungsparametern verbessert die Organdurchblutung und erleichtert den Sauerstoffaustausch.

Das Verfahren gilt als äußerst verträglich, ist mit antiviralen Medikamenten und Antikoagulanzien kompatibel und die Patienten empfinden die Prozedur zumeist als angenehm und spüren oftmals bereits nach den ersten Behandlungen eine deutliche Verbesserung.

Im ersten Schritt wird das Plasma von den übrigen Blutbestandteilen getrennt. Das abgetrennte Blutplasma wird mit einem Heparin-Acetatpuffer versetzt, wodurch der Plasma-pH-Wert gesenkt wird. Dies hat eine Bindung von LDL-C, Lp(a), Fibrinogen an Heparin zur Folge. Die Heparin-Protein-Präzipitate werden durch einen Filter aus dem Plasmakreislauf eliminiert und das überschüssige Heparin mit Hilfe eines Polyanionenaustauschers adsorbiert. Die physiologischen Plasmaverhältnisse werden anschließend durch Bikarbonatdialyse und Ultrafiltration wiederhergestellt und mit den zellulären Bestandteilen wieder zurückgeführt.